Der Förderverein Flika setzt sich seit über 20 Jahren für das Wohlergehen kranker Kinder und ihrer Familien ein. Mit Konzepten wie dem Flika-Zimmer im Klinikum Amberg oder Selbsthilfegruppen macht er den Krankenhausaufenthalt erträglicher.
Amberg. Wenn Kinder im Krankenhaus warten müssen, vergeht die Zeit anders. Für viele Familien ist sie geprägt von Sorge und vielleicht auch organisatorischen Problemen. Genau hier setzt der Förderverein Flika an, der seit mehr als zwei Jahrzehnten die Kinder- und Jugendklinik am Klinikum St. Marien in Amberg unterstützt. "Wir können in der Vorstandschaft keine Medizin machen", sagt Vorsitzende Margit Meier, "aber wir können dafür sorgen, dass es den Kindern und ihren Familien besser geht."
Meier steht dem Verein seit 2015 vor. Sie ist Mutter und Großmutter und spricht darüber, was sie antreibt. "Das hier hilft Kindern und Eltern ganz konkret. Das macht mir wahnsinnig Spaß." Lange habe sie eher im Hintergrund gearbeitet, heute repräsentiert sie einen Verein mit rund 170 Mitgliedern, der ausschließlich ehrenamtlich geführt wird und mit einem Jahresbeitrag von 25 Euro auskommt. An ihrer Seite arbeitet seit Oktober Dr. Birgit Prey, Oberärztin für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum St. Marien und zweite Vorsitzende von Flika. Prey kam 2014 nach Amberg, engagierte sich früh bei Aktionen des Vereins. Sie bringt heute ihre medizinische Expertise ein, insbesondere im Bereich der Kinderdiabetologie.
An 365 Tagen geöffnet.
Das bekannteste und zugleich wichtigste Projekt des Vereins ist das Flika-Zimmer. Es ist ein Kinderbetreuungsraum direkt am Klinikum. Es ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet von 9 bis 17 Uhr. Gedacht ist es für Besucher- und Patientenkinder, zum Beispiel wenn Eltern einen Termin haben, Chemotherapien erhalten oder Untersuchungen wahrnehmen müssen. Mütter oder Väter könnten ihre Kinder im Flika-Zimmer abgeben, dort wird dann gespielt, gebastelt oder gelesen. Die Erfahrung zeigt: "Die Kinder verlieren die Angst vor dem Krankenhaus", sagte Prey. Auch Kinder aus den Ambulanzen dürfen dort warten, sofern keine Ansteckungsgefahr besteht. Der Betrieb des Zimmers kostet rund 60 000 Euro im Jahr. Darin enthalten sind Personal, Versicherungen und Material. Finanziert wird das Angebot über Spenden.
Ein weiteres zentrales Handlungsfeld ist die Flidiabs-Gruppe, eine Selbsthilfegruppe für Familien mit Kindern mit Diabetes Typ 1, die 2015 gegründet wurde. Damals gab es nur wenige vergleichbare Angebote. "Die Diagnose stellt das Leben der ganzen Familie auf den Kopf", erklärte Prey. "Gerade am Anfang ist das extrem aufreibend." Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem zerstört jene Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren. Betroffene Kinder müssen lebenslang Insulin zuführen, häufig per Pumpe oder Pen. Symptome können starker Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust und Leistungseinbruch sein. Manchmal sind es aber auch unspezifische Beschwerden.
"Kinder leiden still"
Flika unterstützt hier nicht nur ideell. Wenn Krankenkassen Hilfsmittel wie Insulinpumpen oder Sensoren nicht sofort genehmigen, springt der Verein ein. "Vor zehn Jahren haben Familien teilweise ein Jahr auf die Kostenübernahme gewartet", sagte Meier. "Wenn die Kinder gerade anfangs alle eineinhalb Stunden ihren Blutzucker messen müssen, auch nachts, ist das schon heftig." Heute sei die Versorgung besser geworden, doch Lücken gebe es weiterhin.
Flika war zudem früh engagiert in der sozialmedizinischen Nachsorge für Früh- und schwerkranke Kinder. Auch heute beteiligt sich der Verein an Programmen wie Harl.e.kin, das bis in den schulischen Bereich hineinwirkt. Hinzu kommen Projekte, die weniger sichtbar, aber nicht weniger wichtig sind: Trauergruppen für Kinder in Kooperation mit dem Hospizverein, Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Kindertrauer, sowie Angebote für Eltern, die ein Kind verloren haben. "Kinder leiden oft still", sagt Meier. "Bei vielen merkt man es erst Jahre später. Früh darüber zu sprechen, ist entscheidend."
Regelmäßig unterstützt Flika auch die Ausstattung der Kinderklinik - etwa mit einem Spezialbett für schwerstbehinderte Kinder, zusätzlichen Monitoren oder Simulationspuppen, mit denen Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte Notfallszenarien realitätsnah trainieren können. All das ist nur möglich, weil der Verein kontinuierlich Spenden erhält. Auch die Eintrittsgelder zur Podiumsdiskussion von Oberpfalz-Medien mit allen Amberger Oberbürgermeister-Kandidaten (5. Februar, 19 Uhr, Ring-Theater) werden vollständig an Flika gespendet. Ein Wunsch begleitet Margit Meier bis heute: ein Übernachtungshaus für Eltern in unmittelbarer Nähe des Klinikums. "Gerade in der Kinderorthopädie kommen Familien von weit her", sagt sie. Platzmangel ließ das Projekt bislang scheitern.
Quelle: Amberger Zeitung – 26. Januar 2026